Horcher Medical Systems
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Redaktion folgt Einladung (JDS Verlag)

Senioren 21 Management JDS Verlag Heft 3/2005

Redaktion folgt Einladung

Es ist immer schön, wenn man eingeladen wird, so wie jetzt die Redaktion des JDS Verlages von der Firma Horcher GmbH. Wir sind der Einladung gefolgt und haben im Mal 2005 an einer Werksbesichtigung mit Informationsnachmittag in den Produktionsstätten der Firma Horcher Reha Systeme GmbH in Nidderau (Hessen) teilgenommen. Thema der Veranstaltung: „Kann gute deutsche Wertarbeit noch in Deutschland produziert werden?" Im Zuge der EU Osterweiterung wandern viele deutsche Unternehmen mit ihrer Produktion ins benachbarte Ausland ab, um dort Kosten zu sparen. In diesen so genannten Billiglohnländern wird zwar von deutschen Unternehmen gefertigt aber kann man hier noch von "guter deutscher Wertarbeit" sprechen?

Die Horcher GmbH besteht seit mehr als 20 Jahren und beschäftigt sich seit über 15 Jahren mit der Entwicklung und Herstellung von Patientenlift und Badesystemen sowie Steckbeckenspülgeräten. Während in den Anfängen für namhafte Hersteller wie z.B. Hoyer oder Arjo entwickelt und produziert wurde, begann Horcher 1995 mit der eigenständigen Vermarktung seiner Produkte. Schließlich lagen zahlreiche Patente und Copyrights dafür bei dem damaligen "Zulieferer" der Industrie.

Das Familienunternehmen Horcher GmbH entwickelte sich im Laufe der Zeit zu einem der flexibelsten und innovativsten Unternehmen seiner Branche. Weltweite Niederlassungen, z. B. in USA, England, Holland, Spanien, wurden gegründet. Das stetige Bestreben, vor allem sichere und technisch ausgereifte Hilfsmittel für alte Menschen und solche mit körperlichen Einschränkungen zu fertigen, machte Horcher zu einem der führenden Hersteller. Die in Nidderau produzierte Qualität bietet vertrauenswürdige Sicherheit, denn hier werden über 85 % der Einzelteile, die zur Fertigung von Liftsystemen oder Thermischen Steckbeckenspülgeräten benötigt werden, selbst gefertigt.

Die Rohstoffe, die zur Produktion der Formstücke benötigt werden, so der Geschäftsführer Wolfgang Mathis, werden auch zu über 70% in Deutschland, bei deutschen Firmen, eingekauft. Der Standort Deutschland gewährt auch in unsicheren EU Zeiten eine ausreichende Verfügbarkeit der Werkstoffe. Alle Produkte für den weltweiten Verkauf werden auch tatsächlich in Nidderau gebaut und montiert. Auf die Frage, warum eigentlich nicht in Polen oder Tschechien gefertigt werde, betonen Mathis und Horcher, dass man die Bodenhaftung und die ständige Qualitätskontrolle nicht aus den Augen verlieren wolle und am Standort Deutschland weiter Arbeitsplätze schaffen möchte.

Die Hersteller von Hilfsmitteln müssen Produktion und Technik stetig den Anforderungen des Medizinprodukte Gesetzes (MPG) anpassen. Die eingesetzte Technik wird regelmäßig überprüft und ist ständig auf dem neuesten Stand. Auf die permanenten Änderungen im MPG wird in Nidderau schnell reagiert, denn auch die Werkzeuge, die zur Fertigung der einzelnen Produkte benötigt werden, stellt Horcher selbst her. Dies hebt das Unternehmen von vielen Mitbewerbern deutlich ab.

Diese Unabhängigkeit hat Horcher in den letzten zehn Jahren so weit ausgebaut, dass eine eigene Ausbildungsabteilung für Azubis im Metall und Werkzeugbau eingerichtet wurde. Diese Azubis, die bei sehr guter Eignung ausgezeichnete Übernahmechancen haben, sollen die qualitativ hochwertige Arbeit bei Horcher auf Jahre sichern. In der Ausbildung wird mit alt bewährten Mitteln wie z.B. U Stahlfeilen ebenso gearbeitet wie an hochmodernen CNC – Fräs und Drehmaschinen, ohne die eine Massenproduktion gar nicht möglich wäre.

Im Bereich der Thermischen Steckbeckenspülgeräte wird die Sicherheit so groß geschrieben, dass jedes einzelne Stück, das das Werk verlässt, von der Technischen Universität Berlin genauestens geprüft und bewertet wird. Durch diese freiwillige Prüfung unterstreicht Horcher einmal mehr die Einhaltung höchster Qualitäts und Sicherheitsansprüche, die nicht nur in Deutschland gefordert wird.

Für den heutigen Firmeninhaber Stefan Horcher ist Service nicht nur ein Wort, mit dem man Kunden lockt, sondern er verlangt von sich und seinen Mitarbeitern, Service und Qualität zu leben. Durch die jahrelange Optimierung von Qualität, Sicherheit und Service ist Horcher heute in der Lage, seinen Kunden beispielsweise bis zu fünf Jahre Gewährleistung auf die gekauften Produkte zu geben. Bei Ersatzteilen liegt die Gewähr, ein Teil nachkaufen zu können, weit über fünf Jahre.

Hier ein Überblick über die wichtigsten Produkte der Horcher GmbH

Deckenliftsysteme werden in Privathaushalten, in Seniorenheimen, Krankenhäusern und Schwimmbädern montiert. Eine eigene Planungsabteilung ist in der Lage, für fast jeden Raum einen Deckenlift zu planen und den Einbau mit den Monteuren am Computer zu simulieren. Alle Unklarheiten kann man somit im Vorfeld beseitigen. Die qualifizierten Außendienstmitarbeiter stehen auch dem privaten Haushalt mit Rat und Tat zur Seite, denn ohne genaue Statikprüfung und Vermessung geht nichts. Im Bereich Deckenliftsysteme gehört Horcher zu den weltweit führenden Unternehmen.

Bodenlifter, die in der Hauptsache in Seniorenheimen benötigt werden, produziert Horcher mit einer Tragkraft von bis zu 200 kg. Dies muss so sein, weil Bewohner von Seniorenheimen häufig stark übergewichtig sind. Die Modellreihen Lexa, Diana und Raisa werden nach Kundenwünschen individuell montiert und gebaut. Häufig werden gerade in diesem Bereich Erfahrungen von Kunden in neue Ideen umgesetzt und es entsteht eine Verbesserung der Liftsysteme oder eine Erweiterung ihrer Möglichkeiten.

Thermische Desinfektionsautomaten mit Randspülung, Waschbecken, Regalen und Oberschränken: Auch auf diesem Gebiet ist Horcher einer der wenigen Spezialisten in Deutschland. Es werden nicht nur neue Steckbeckenspülgeräte verkauft; hier wird der Kunde fair beraten und darauf hingewiesen, dass auch alte, eingebaute Steckbeckenspülgeräte nachgerüstet werden und auf den neuesten Stand der Technik gebracht werden können.

Badesysteme werden nach eigenen Plänen gebaut und angepasst. Pflegewannen haben ganz spezielle GFK Körper, die aus einem Guss sind, das heißt: keine Kanten, wenig Verschmutzung, geringe Verkeimung. Letzteres ist eines der häufigsten Probleme bei Badeeinrichtungen.

Die Firma Horcher ist eines von nur wenigen Unternehmen, die Hygiene Gutachten für Steckbeckenspülgeräte/Desinfektionsautomaten ausstellen können.

"Wir können solch einen Service nur leisten, weil sich die gesamte Produktion unter einem Dach befindet", so Stefan Horcher.

"Der Kundendienst", so versichert Wolfgang Mathis, "repariert auch an Heiligabend, wenn es sein muss. Für uns ist nämlich nichts schlimmer, als wenn ein bedürftiger Mensch, der auf unsere Lifter oder Badesysteme angewiesen ist, nicht mehr mobil sein kann, nur weil eine Schraube abgebrochen ist. Und wenn kein Monteur zur Stelle ist, fährt auch mal der Chef, der als Werkzeugmacher seinen Meisterbrief gemacht hat, selbst zum Kunden und repariert vor Ort. Guter Service zahlt sich eben auch aus und erhöht das Kundenvertrauen."

In Zeiten, in denen jeder von Rezession spricht, entschloss sich die Firma Horcher, zu erweitern und die Fabrikationshallen um eine weitere Stufe auszubauen. Im April 2005 war es so weit, und man konnte einen neuen Anbau beziehen. In diesem wurde auch das Wohlbefinden der Mitarbeiter nicht vergessen. Neben großzügigen Sozial und Sanitärräumen wurde auch ein weitläufiger Ausstellungsraum geschaffen.

Die Horcher GmbH hat uns in zwei Tagen eindrucksvoll erklärt und bewiesen, dass Qualität auch hier zu Lande durchaus bezahlbar herzustellen ist. Bei Horcher in Nidderau werden Hilfsmittel in guter deutscher Wertarbeit hergestellt.

Das Redaktionsteam der S21 bedankt sich für die ausführliche Betriebsführung und für Antworten auf viele Fragen bei der Firmenleitung.

Text und Bild: jds Verlag


Information

Horcher GmbH
Philipp Reis Straße 3
61130 Nidderau

Telefon 06187 / 9204 0
Telefax 06187 / 9204 15

Email: office@horcher.com
Internet: www.horcher.com



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